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Flexible Mobilität? So geht’s!

by
Daniel van der Matre
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Daimler tut es. SAP auch. Und Infineon ist ebenfalls dabei. Die DAX-Konzerne investieren in moderne Mobilitätsangebote für ihre Mitarbeiter. Warum? Um für Fachkräfte – gerade junge – attraktiv zu sein. Um den eigenen CO2-Fußabdruck zu verringern. Um besser erreichbar zu sein. Corona hat diesen Trend beschleunigt. Und Sie? Finden hier ganz sicher Inspiration, was Sie tun können.

In die Mobilitätsangebote von Unternehmen kommt Bewegung – gerade in Corona-Zeiten. Das ist die zentrale Erkenntnis des Mobilitäts und Fuhrparksbarometers 2021 von Arval. Die Leasinggesellschaft, Tochter der Großbank BNP Paribas, untersucht jedes Jahr, wie sich das Verständnis betrieblicher Mobilität in den wichtigsten Industriestaaten entwickelt. Und für 2021 stellt sie fest: Der klassische Dienstwagen verliert immer mehr an Bedeutung.

Raus aus dem Auto

70 Prozent der europäischen Firmen haben schon eine Alternative eingeführt: Leasingfahrräder, Fahrgemeinschaften mit Kollegen oder ein Mobilitätsbudget zum Beispiel. Deutschland liegt zurzeit noch etwas unterm Durchschnitt, holt aber auf. In den kommenden drei Jahren wollen insgesamt 79 Prozent der Firmen ihren Arbeitnehmern flexible, moderne Mobilitätsangebote machen.

Stau kostet jährlich zwei Tage Lebenszeit

Und das ist gut so, denn Deutschland steht im Stau. Selbst im ziemlich verkehrsberuhigten Coronajahr 2020 waren es noch 26 Stunden pro Autofahrer. Warum Sie das betrifft? Nun, auch Ihr Unternehmen ist dadurch schlechter erreichbar. Und Ihre Mitarbeiter sind weniger produktiv – durch den Stress auf dem Arbeitsweg, wie eine Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management gerade erst belegt hat.

Flexible Mobilität ist wichtiges Benefit

Der Ruf nach flexibler Mobilität wird deshalb auch seitens der Belegschaften immer lauter. „Die Zahl der Menschen, die ein Fahrzeug nicht unbedingt dauerhaft besitzen möchten, wächst“, räumte unlängst noch Volkwagen-Vorstandsmitglied Klaus Zellner in einem Interview mit der Neuen Westfälischen ein. Es ist darum nicht erstaunlich, dass selbst die Autoindustrie ihrer Belegschaft alternative Konzepte ermöglicht.

Freie Wahl mit Mobilitätsbudgets

Daimler zum Beispiel. Der Autobauer beschäftigt rund 80.000 Menschen im Großraum Stuttgart. Um Staus zu reduzieren und den Weg zur Arbeit zu verkürzen, überlässt der Konzern den Mitarbeitern beim Pendeln die freie Wahl. Auch die Nutzung von Alternativen wie ÖPNV, Carsharing, Ride-Hailing, Bikesharing und E-Scooter werden gefördert. 3.000 Arbeitnehmer lassen das Auto inzwischen meist stehen.

Softwareriese SAP hat im April dieses Jahres ein vergleichbares Pilotprojekt gestartet. 100 Beschäftigte in Berlin und Potsdam erhalten ein Mobilitäts-Jahresbudget, das sie frei investieren können.  Die Höhe hängt von der Karrierestufe und dem Beschäftigungsgrad ab. Der Wirtschaftspsychologe Tobias M. Nickel von der TH Deggendorf hält zwischen 300 bis 1.000 Euro monatlich für eine gängige Bandbreite.

Radfahren im Aufwind

Immer beliebter wird bei Pendlern das Fahrrad – ganz gleich ob motorisiert oder klassisch. Arbeitgeber wie die Wirtschaftsberatung Capgemini, Outdoor-Ausrüster Vaude und die Drogeriemarktkette dm spielen mit Radleasingangeboten bereits auf den Trend ein. Besonders viel wird inzwischen bei Infineon in Dresden geradelt. Von den 2.700 Arbeitnehmern am Entwicklungs- und Fertigungsstandort des Chipriesen fährt fast jeder Dritte regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit.

Und das kann sich positiv auf die Umweltbilanz einer Firma auswirken. Das Münchner Wohnungsbauunternehmen GEWOFAG, das 50 Dienstfahrräder und zwei Pedelecs für die Dienstfahrten der Mitarbeiter angeschafft hat, schätzt das jährliche Einsparpotential beim klimaschädlichen CO2 auf 42, 7 Tonnen pro Jahr.

Der Kollege als Chauffeur

Und wenn die Mehrheit nicht aufs Auto verzichten will? Dann können Sie auch hier flexible Angebote machen. Zum Beispiel mit einer App, in der sich Kollegen zu Fahrgemeinschaften verabreden können. Mercedes-Benz setzt dies seit 2019 erfolgreich am Standort Sindelfingen ein. Ergebnis laut Unternehmensmagazin: 750 Tonnen CO2 gespart und nebenbei den Teamzusammenhalt gestärkt, da die Kollegen mehr Zeit miteinander verbringen und sich ganz anders kennenlernen. Auch GARANT Türen und Zargen bietet der Belegschaft einen vergleichbaren Service. 2021 wurde der Mittelständler zum zweiten Mal in Folge zum Top-Arbeitgeber gewählt.

Intelligentes Parken spart Zeit und Geld

Parkst Du schon oder suchst Du noch – so könnte man frei nach Ikea die tägliche Pendlerqual zusammenfassen. 41 Stunden verbringen deutsche Autofahrer auf Parkplatzsuche im Jahr, zumindest in Großstädten. Das kostet Zeit und Nerven. Mit einem intelligenten Parkraum-Management-System können Sie mehr Mitarbeiter mit einem Stellplatz versorgen – und das bei gleichbleibender Stellfläche. Unternehmen wie Siemens, Shell und Danone schwören bereits darauf. Daimler-Benz in Sindelfingen bietet Fahrgemeinschaften sogar bevorzugtes Parken an. Auch dies ein interessanter Anreiz, gemeinsam zur Arbeit zu pendeln.

Fünf Tipps für Ihr Mobilitätskonzept

Überlegen Sie noch, was Sie konkret umsetzen können? Dann lassen Sie sich doch von uns inspirieren. Im Broschüre „Zukunftssichere Mobilität für Ihr Unternehmen“ haben wir fünf zentrale Tipps für Sie zusammengefasst.

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